Permakultur ist ein Oberbegriff für die Entwicklung und Anwendung von ethisch basierten Leitsätzen und Prinzipien zur Planung, Gestaltung und Erhaltung zukunftsfähiger Lebensräume. Schwerpunkte bilden dabei Nahrungsproduktion, Energieversorgung, Landschaftsplanung und die Gestaltung sozialer (Infra-)Strukturen. Grundgedanke ist ein Wirtschaften mit erneuerbaren Energien und naturnahen Stoffkreisläufe im Sinne einer ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Nutzung aller Ressourcen.
Das Konzept:
Permakulturell gestaltete Lebensräume werden als Systeme aufgefasst, in denen das Zusammenleben von Menschen, Tieren und
Pflanzen rücksichtsvoll so miteinander kombiniert wird, dass die
Bedürfnisse aller adäquat erfüllt werden. Bei dem Design solcher Systeme
werden insbesondere die integrativen Denkansätze und Erkenntnisse aus Systemtheorie, Biokybernetik und Tiefenökologie
angewandt. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit nicht nur auf die
einzelnen Bestandteile (=Elemente), sondern insbesondere auf die
Beziehungen zwischen den Elementen und deren optimale Nutzung für den
Aufbau produktiver Systeme.
Planung, Gestaltung und Erhaltung bilden den permakulturellen Designprozess, der sowohl auf eine sukzessive Optimierung des jeweiligen Systems für heutige Bedürfnisse ausgerichtet ist, als auch für die nachfolgenden Generationen produktiv und entwicklungsoffen bleibt. Gleichzeitig zielt der Designprozess auf eine bestmögliche Integration der ökologischen, ökonomischen und sozialen Bedürfnisse des jeweiligen Systems, damit es sich langfristig selbst regulieren bzw. durch minimale Eingriffe in einem dynamischen Gleichgewicht gehalten werden kann. Vorbild sind dabei die täglich beobachtbaren Selbstregulationsprozesse in Ökosystemen wie etwa Wälder, Seen und Meere.
Systemisches Denken und Handeln überwindet dabei bewusst das noch dominierende linear-kausale Vorgehen, dessen langfristig destruktiven Folgen heute zunehmend erkannt werden. Da wir prinzipiell in Systemen leben und von ihnen umgeben sind, kann linear-kausales Denken und Handeln erkannte Probleme nicht lösen, sondern nur räumlich und zeitlich verschieben. Dabei werden wir dazu verleitet, den uns momentan am meisten störenden Einfluss fälschlicherweise als alleinige Ursache anzusehen. Außerdem erzeugt linear-kausales Vorgehen durch die lediglich symptomatischen Korrekturen selber ständig neue Probleme.